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54. Die Pavillons des Attergauer Heimatvereines

March 17th, 2010 — 6:00am

Die sechs kreuzförmigen Pavillons auf den Gemeindegebieten von Sankt Georgen, Straß und Berg wurden von den Mitgliedern des Attergauer Heimatvereins aufgestellt und informieren über die regionale Geschichte.

Inhaltsverzeichnis
Pavillon A auf dem Ahberg
Pavillon B auf dem Koglberg
Pavillon C auf dem Kronberg
Pavillon D bei der 1000-jähren Linde in Sankt Georgen
Pavillon E in der Ortschaft Berg
Pavillon F in der Ortschaft Baum
Die Homepage des Attergauer Heimatvereines

Leseprobe

Die Homepage des Attergauer Heimatvereines
Man findet die Homepage unter www.attergau-zeitreise.at. Hier wird nur der Großteil der Texte wiedergegeben.

Attergau-Zeitreise
Das Ziel unserer Aktivität unter dem Begriff „Zeitreise“ ist, bei der Bevölkerung mehr Bewusstseinsbildung für unsere Geschichte zu wecken, aber auch für den sogenannten sanften Tourismus einige neue, interessante Zielpunkte zu schaffen.

Johann Eicher schreibt
Hügelgräber, Römerstraße, Wölbäcker, archäologische Grabung, Spuren der Kelten im Attergau – das sind Themen, über die zurzeit des Öfteren in unserer Gegend gesprochen wird.
Dazu einiges aus meiner Sicht: Vor ungefähr 20 Jahren weckten unweit meines Wohnortes Baum einige kreisförmige Erdhügel im Wald mein besonderes Interesse. Das war sozusagen die Geburts­stunde meiner archäologischen Entdeckungswanderungen. Nach verschiedenen Kontaktnahmen mit geschichtlich interessierten Personen kam ich schlussendlich mit dem Bundesdenkmalamt (kurz BDA) in Wien ins Gespräch. Mit Frau Dr. Marianne Pollak und auch mit der Leiterin des BDA Frau Hofrat Dr. Christa Farka wurden Termine vereinbart und mit ihnen war ich dann unterwegs, um die betreffenden Fundstellen zu begutachten und sie beim BDA in Wien registrieren zu lassen.
Zurzeit ist mein Ansprechpartner Herr Mag. Heinz Gruber, der das Bundesdenkmalamt in Oberösterreich vertritt.
So konnte ich in diesen zwei Jahrzehnten eine ansehnliche Zahl von vermutlichen Grabhügeln lokalisieren. Es werden sicher an die 100 Hügel auf ca. 10 Fundplätzen sein. Und das auf einer relativ engen Fläche zwischen Seewalchen, Gampern, Berg und dem Dienstberg. Dazu kommen noch eine Reihe von befestigten Anlagen und Siedlungs­plätzen aus verschiedenen Epochen. Die Burganlage auf dem Ahberg ist wohl für den Attergau die wichtigste!
Durch unser Gebiet führten nicht nur eine Römerstraße oder ein Keltenweg, auch einige andere Altstraße wie zum Beispiel auf den Ahberg oder auf den Buchberg sind hier zu finden.
Ein besonderes Phänomen sind die sogenannten Wölbäcker oder Hochäcker. Es sind dies alte, aufgelassene Ackerkulturen, die sich hauptsächlich im Wald in ihrer ursprünglichen Form erhalten haben. Bis vor kurzem im Attergau unbekannt gibt es sie im größeren Ausmaß um Lenzing, bei Rutzenmoos und zwischen Vöcklabruck und Attnang. Auch im Gemeindegebiet von Seewalchen, Berg, Vöcklamarkt sind diese Wölbäcker zu finden. Über Alter und genaue Funktion dieser Anlagen gibt es nicht viel zu berichten, sie sind zu wenig erforscht.
Anders ist es bei den Hügelgräbern. Viele solcher Grabstätten wurden schon geöffnet, so in Mitterkirchen und im Mattigtal. Der Grabhügeltyp, der in unseren Wäldern hauptsächlich zu finden ist, deutet mit großer Wahrscheinlichkeit auf eine hallstattzeitliche Besiedlung (800 v. bis 450. v) hin.
Es gibt aber Stellen mit wesentlich kleineren Hügeln, sie könnten aus der Bronzezeit (bei uns 1800 v. bis 800 v.) stammen. Römischer oder slawischer Ursprung wäre auch denkbar.
Was wollen wir vom „Heimatverein Attergau“ mit dem Projekt „Zeitreise“ bewerkstelligen?
Es sollen alle geschichtlich interessanten Fakten aus der Vergangen­heit des Attergaues aufgearbeitet werden und das von einem erweiterten Wissensstand aus.
Dazu ist natürlich eine archäologische Grabung unbedingt erforder­lich. Wir werden deshalb in Zusammenarbeit mit dem BDA in nächster Zeit einige Gräber öffnen, um das Alter ihrer Entstehung zu erfahren. Damit können wir für den Attergau neue bevölkerungs­geschichtliche Kenntnisse sammeln.
Auch die Trasse der sogenannten Römerstraße wird näher unter­sucht, um mit einem Querschnitt mehr Einsichten zu gewinnen.
Das ganze Wissen wird der Öffentlichkeit mit Schautafeln an geeigneten Stellen präsentiert und auch in entsprechenden Broschüren dokumentarisch aufgearbeitet.
Dass bei dieser Präsentation unsere Burganlagen auf dem Ahberg, dem Buchberg und dem Koglberg eine besondere Rolle spielen, ist eine vorrangige Aufgabe.
Ich wünsche mir und dem Heimatverein Attergau für das geplante Unternehmen viel Erfolg und für den gesamten Attergau neue Erkenntnisse und neues Wissen über unsere Vergangenheit.

Das Pfarrmuseum
Im Herbst 1995 wurde das Museum in der Attergaustraße 18 eröffnet.

Schwerpunkte

  • Schätze des Pfarrarchivs (Ablassbriefe, Urkunden usw.),
  • alte Lichtquellen
  • Bilder und Zeichen der Volksfrömmigkeit.

Das Pfarrarchiv besitzt 6 Ablassbriefe, darunter den ältesten von Oberösterreich aus 1299. Der auf der Homepage abgebildete stammt von 1345 und zeigt die älteste Abbildung des heiligen Georgs, unseres Kirchenpatrons.
Die gelebte Volksfrömmigkeit findet in vielen religiösen Handlungen ihren Niederschlag. Sie lässt eine Fülle von Ausdrucksvariationen erkennen.

Haus der Kultur
Die offizielle Eröffnung des Hauses in der Attergaustraße 31 war Ende Juni 2002
Zu sehen ist die Dauerausstellung über Johann Beer (Ein Künstler und seine Zeit). Im Jahre 2000 zum 300. Todestag dieses großen Sohnes unserer Heimat eingerichtet.
Weiters eine Sonderausstellung, über Prof. E. W. Ricek (Ein Leben für die Wissenschaft), diese ist ebenfalls eine Dauerausstellung mit einigen Änderungen geworden.
Seine musikalische Ausbildung erhält J. Beer in den Klöstern Lambach und Reichersberg, kurze Zeit bei den Jesuiten in Passau und seit 1670 im protestantischen „Gymnasium poeticum“ in Regensburg. Aus dieser Zeit auch die ersten Kompositionen (Traueroden). Von seinen rund 50 Kompositionen, von denen wir wissen, dass sie von ihm stammen, sind zwei Drittel verloren.
Wegen der ungünstigen Quellenlage und des schmalen Umfanges der erhaltenen und sicher zuzuordnenden Werke ist es auch für die musikalische Fachwelt schwer, das kompositorische Schaffen von Johann Beer einigermaßen gerecht zu beurteilen.
Im Unterschied zu seinen Romanen, die alle anonym oder unter verschiedenen Pseudonymen erschienen sind, hat Johann Beer seine musiktheoretischen Schriften unter seinem vollen Namen herausgegeben:
Johann Beer Hoch=Fürstl. Sächß. Weißenfelsischer Concert=Meister von St. Georgen aus Oberösterreich.
1676 -1680 am Hof in Halle, ab 1680 Sänger, Instrumentalist, Konzert-Meister, Komponist und Verfasser von musiktheoretischen Schriften am Hof der Herzöge von Sachsen-Weißenfels.
Erhalten sind vier Traueroden aus der Regensburger-Zeit, neun lateinische und zwei deutsche Kantaten, zwei Magnificat.
Besonders erwähnenswert sind die „Missa S. Marcellini“, die in einer Abschrift des Stiftes Kremsmünster erhalten ist, und die „Klag der Soldaten“, die wir aus einer Abschrift von 1706 aus dem Kloster Lambach kennen.
In der musikalischen Fachwelt nie in Vergessenheit geraten ist seine musiktheoretische Schrift „Musicalische Discurse“, die aber erst 1719, also 19 Jahre nach seinem Tod, gedruckt worden ist. Bis heute ungedruckt ist seine musikpädagogische Schrift „Schola phonologica“. Sie ist ein Lehrbuch zum Erlernen der Kunst der Komposition.
Bei seinen Zeitgenossen war Johann Beer besonders bekannt durch seine zwei Streitschriften gegen den Gothaer Schulrektor G. Vockerodt („Ursus murmurat, Ursus vulpinatur“).
Vockerodt sieht die Aufgabe der Musik darin, dem Gotteslob zu dienen, und hält ihre Verwendung außerhalb dieses engen Kontextes für zumindest problematisch. Beer hingegen setzt sich für eine liberalere Aufführungspraxis ein, in der auch weltliche Musik ihren Platz hat.
In seinem „Bellum musicum“ polemisiert er als Künstler bei Hof gegen die herumziehenden Musikanten, die „Hümper und Stümper“, und die „Bierfiedler“, denen er vorwirft, den Ruf der Musik und der Musiker zu ruinieren.

Professor E. W. Ricek (1915 bis 1991)
Ein Leben für die Wissenschaft, ein unvergessener Lehrer, ein anerkannter Wissenschaftler, ein begabter Maler

Aignerhaus
Am 20. Juni 1999 wurde das Aignerhaus in der Agergasse 9 eröffnet.

Das Mittertenn-Einhaus
„Häuser“ des bäuerlichen Bedarfes im Attergau, also im ländlichen Gebiet, weisen uns zu den Anfängen der bäuerlichen Landwirtschaftsstrukturen. Das Dach über dem Erdloch ist wohl der Beginn der Wohnstruktur und Tierhaltung in unserem Gebiet. Keltische und römische Besiedlungen treffen aneinander, nach der bairischen Landnahme entstanden in der mittelalterlichen Rodungszeit die typischen Siedlungsformen. Die einfachste Entwicklung der Errichtung eines quadratischen Baues aus Holz ist nahe liegend in diesem holzreichen Rodungsgebiet. Es entstand sehr früh das Einhaus. Alles praktisch unter einem Dach, Tier und Mensch das sogenannte Wohnstallhaus. Heim- und Arbeitsstätte sind im bäuerlichen Leben eins. Zwei Formen in der Entstehungszeit zeigen das Einhaus als Urform und der Zwiehof als Vielhaus-Streuhof mit kleinen Bauten für jede Tätigkeit, die weiteren Haus- und Hofformen entwickelten sich daraus.
Ein Beispiel für das Mittertenn-Einhaus im Westsalzkammergut und Attergau ist unser Aignerhaus in der Agergasse. Es ist ein der Landschaft und der Bewirtschaftungsart gut angelegtes und angepasstes „Haus“ mit einer flachen Dachneigung. Das Gebiet westlich des Hausruckes und Attersees war besonders durch die silbergrauen flachgeneigten Legschindel-Pfettendächer geprägt. Die Altform des Einhauses war das Rauchhaus, in dem ohne Schornstein der Rauch frei von der offenen Feuerstelle durch das Dach abzog.
Haus deshalb weil es einfach Kriterien gab für die Größe der Landwirtschaft, folgende Bezeichnungen geben Auskunft so zum Beispiel: Haus, Sölde, Hofstatt, Bauernhof, Großbauer.
Das Haus: es hat zirka 0,25 bis zwei Hektar Nutzland, Kleintierhaltung oder höchstens zwei Stück Großvieh. An der Größe des Stalles im Aignerhaus erkennt man, dass nie viel mehr Vieh im Stall stand. Kleinlandwirtschaften im Einhausbereich sind giebelseitig angeordnet: Wohntrakt, Tenne, Stall und Vorratsplatz.
Am östlichen Wohnteilgiebel ist ein ca. 2 m breites Vordach mit Schrotgang (Balkon). Der Westgiebel hat einen sehr schmalen oder gar keinen Vorsprung. Er gehört zu dem typischen Bild des Mittertennhauses. Durch die in der Giebelmitte liegenden Tür kommt man in den Flur (ins „Haus“ oder „Rauchhaus“) eine Verbindungstür führt von da in die Stube, eine in die Tenne und ein Durchgang führt im Aignerhaus ins kleine Stüberl, ins Freie und eine Stiege führt in das Obergeschoss zu den Schlafkammern. Charakteristisch ist, dass die Häuser des Alpenrandes (zwischen Traun und Salzach) ihre Haustüren in der Giebelfront haben. Ein sehr ausgewogenes Hausbild schaut auf den Eintretenden. Im Aignerhaus ist der Heubergeraum ein Ständerbau, der Stall und der Wohnteil sowie der Kamin sind gemauert mit Steinen; Ziegeln, Mörtel, Tonscherben und Schlacken sind in den Fugen sichtbar. Man hat nicht für sich gebaut, sondern für die nächsten Generationen, der Besitzer war eigentlich Verwalter.

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11. Heimatbuch über den Attergau

December 21st, 2009 — 6:00am

Ein Heimatbuch, das nicht auf eine Gemeinde, sondern auf eine Region, den Attergau bezogen ist, ist das Heimatbuch „Berg – Sankt Georgen – Straß im Attergau. Streiflichter und Zeugnisse aus 4000 Jahren“. Es wurde von Helmut Pachler verfasst und erschien 2006. Es ist damit das jüngste Heimatbuch der Region. Der Preis für ein Exemplar beträgt billige zwölf Euro.
Das Buch hat 240 Seiten und gliedert sich in 13 Kapitel. Beim Buchaufbau wurde keine historisch-chronologische Reihenfolge gewählt, sondern die Geschichte einzelner Objekte nacherzählt.

11 Berg Georgen Straß

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